Plenarprotokolle · 21. Wahlperiode

Wer klatscht für wen?

Jede Reaktion im Plenarsaal wird stenografisch protokolliert: Beifall, Zurufe, Lachen, Widerspruch, jeweils mit der Angabe, aus welcher Fraktion sie kam. Diese Seite wertet dieses Protokoll-Kleingedruckte aus den amtlichen XML-Daten des Bundestages aus.

Die Beifall-Matrix

Wie oft applaudiert eine Fraktion bei Reden einer anderen, gemessen in gewichteten Beifall-Ereignissen je 1.000 Wörter Redetext. Die Diagonale ist der Applaus für die eigenen Leute; interessant sind die Nebendiagonalen: Koalitionsapplaus und die Ränder, auf denen es still bleibt und die Forschung von Ausgrenzung spricht.

Zeile: Fraktion am Rednerpult · Spalte: applaudierende Fraktion · Ereignisse je 1.000 Wörter · dunkler = mehr

Die Zuruf-Matrix: wer ruft bei wem dazwischen?

Dasselbe Bild für protokollierte Zurufe und Zwischenrufe: aus welcher Fraktion sie kommen und wen sie treffen. Vorsicht bei der Lesart: Zurufe sind mehrdeutig, von Empörung bis Zustimmung („Genau!“), die Diagonale ist überwiegend Beipflichtung aus den eigenen Reihen.

Zeile: Fraktion am Rednerpult · Spalte: rufende Fraktion · Ereignisse je 1.000 Wörter · dunkler = mehr

Personen

Links: wessen Reden den meisten Beifall auslösen (gewichtete Beifall-Ereignisse je 1.000 Wörter Redetext, mindestens 10 Reden). Rechts: wer am häufigsten namentlich mit Zwischenruf im Protokoll steht.

Beifall je 1.000 Wörter

Namentliche Zwischenrufe

Eigenapplaus

Welcher Anteil des Beifalls, den eine Fraktion für ihre Reden erhält, kommt aus den eigenen Reihen?

Was gerufen wird

Am häufigsten protokolliert

    Zuletzt protokolliert

      Methodik

      Datengrundlage sind die amtlichen Plenarprotokoll-XMLs des Open-Data-Portals des Deutschen Bundestages für die Wahlperioden 19 bis 21 (seit Oktober 2017). Die Wahlperioden 1 bis 18 liegen nur als unstrukturierter Text vor; sie fließen deshalb allein in die Langzeitreihe „Reaktionen seit 1949“ ein, gezählt pro Kommentar-Segment und normiert auf die Wortzahl des Protokolls, ohne Zuordnung zu Fraktionen. Jede <kommentar>-Zeile wird in einzelne Ereignisse zerlegt und der Fraktion bzw. Person zugeordnet, von der sie ausging. „Beifall bei Abgeordneten der X“ (ein Teil der Fraktion) zählt mit Gewicht 0,5, Beifall der ganzen Fraktion mit 1. Matrizen und Personenlisten normalisieren auf 1.000 Wörter Redetext statt auf Reden, denn größere Fraktionen erhalten längere Redezeiten; die Zeitreihen „pro Rede“ vergleichen nur innerhalb gleicher Zeiträume. Zurufe behandeln wir als Aktivitätsmaß, nicht als Ablehnung: handkodierte Stichproben zeigen, dass ein erheblicher Teil dem Redner zustimmt. Methodik in Anlehnung an Küpfer, Müller und Stecker (2025), die 750.000 Beifallsereignisse 1976 bis 2020 untersuchen und u. a. zeigen, dass Beifall um Wahltermine deutlich zunimmt und ausbleibender Beifall Ausgrenzung markiert. Quellcode und Pipeline: github.com/janschill/bundestagdaten.